Das Geschichtsbuch der Natur liegt direkt vor unserer Haustür und mit ein paar Hintergrundinformationen können wir diese Geschichte schnell verstehen. Der GeaNorvegica Park erzählt uns von einem spannenden Abenteuer, das vor gut 1500 Millionen Jahren begann:
Im westlichen Teil (rosa auf der Karte) finden wir die ältesten Gesteine aus präkambrischer Zeit. Diese Gesteine sind stark metamorph überprägt und waren in früheren Zeiten Sand- und Tonsteine, Granite und Vulkanite. Über einen langen Zeitraum hinweg bildeten sich daraus - aufgrund von intensiven tektonischen Bewegungen in der Erdkruste - Gneise, Quarzite und Amphibolite.
Der kleine grüne Bereich im Norden des Geoparks zeigt das Gebiet der vulkanischen Fensfelt-Provinz. Hier hat ein sehr spezieller Vulkanismus vor ca. 580 Millionen Jahren Lava und Aschen hinterlassen. Weltweit einzigartig ist der karbonatische Chemismus dieses Vulkans in der Region von Nome/Ulefoss.
Vor mehr als 500 Millionen Jahre vor Heute war das gesamte Land von Wasser überflutet. Die Landmasse des Baltischen Schilds lag am Äquator und im tropischen Meer wimmelte es von Leben. In der Region von Skien und Porsgrunn finden wir heute die ehemaligen Meeressedimente: Sand- und Tonsteine (in blau und gelb markiert). Die für das Grenland-Gebiet typischen gebänderten Gesteinslagen bestehen aus fossilreichen Kalksteinen, Sandsteinen und Schiefer aus dem Kambro-Silur (die meisten Ablagerungen sind aus dem Ordovizium und Silur, ca. 490 bis 420 Millionen Jahre vor Heute).
Vor ca. 300 Millionen Jahren war der Geopark das Zentrum von starken geologischen Kräften. Die Landmasse zerbrach und wurde aufgefaltet – heftige Vulkanausbrüche und Erdbeben waren an der Tagesordnung. Die braunen, lila und rot gefärbten Bereiche auf der Karte zeigen verschiedene magmatische Gesteinstypen, die in der Erdkruste nach oben aufstiegen. Das Ergebnis aus dieser Zeit ist die heute weltbekannte Oslo-Rift-Zone mit ihren seltenen Gesteinstypen wie Rhombenporphyr, Larvikite and viele spezielle Minerale.
Glücklicherweise war damit die tektonische Aktivität im Geopark bis zum heutigen Tag beendet. Die Zeiten wurden ruhiger und wir finden heute keine Belege für weitere dramatische Ereignisse in der Region bis zur letzten groβen Eiszeit im Quartär. Während der letzten 2,6 Millionen Jahre war das Gebiet immer wieder von Eis und Gletschern bedeckt. Diese Gletscher erodierten das Land, lagerten Sand, Kies und Geröll ab und trugen zur Bodenbildung in der Region bei. An vielen Orten im ganzen Geopark finden wir Zeugen aus der Eiszeit, so z.B. die Gerölle von Mølen und Jomfruland, die blanken Gesteinsoberflächen an der gesamten Schärenküste und Badegumpen im Gebiet von Eidanger und Geiteryggen.
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